Mein Workshopentwicklungstagebuch für das Zertifikat Medienpädagogik (ARS).

Das Workshopentwicklungstagebuch, dass ich im Rahmen der Weiterbildung „Praxis der Medienpädagogik“ für das Zertifikat Medienpädagogik (ARS) erstellen musste, entwickelte sich zum Projekt im Projekt.

Meine Schlüsse daraus …….

Warum gerade so ein Workshopentwicklungstagebuch?

Wenn wir einen Workshop vorstellen, zeigen wir meistens das Ergebnis. Es gibt einen Ablaufplan, formulierte Ziele, ausgewählte Methoden und Materialien. Der Weg dorthin verschwindet dagegen häufig aus dem Blick.

Dabei entsteht genau dort der eigentliche Workshop.

Ideen entwickeln sich selten geradlinig. Eine erste Überlegung führt zu einer neuen Frage. Eine Methode, die auf dem Papier überzeugt, funktioniert in der Praxis vielleicht nicht. Eine Unsicherheit wird zum Ausgangspunkt einer neuen Lösung. Manches entsteht bewusst, anderes erst im Tun.

Der fertige Workshop ist deshalb eher eine Momentaufnahme als der eigentliche Prozess.
Diese Beobachtung war für mich der Ausgangspunkt für das Workshopentwicklungstagebuch.

Den Prozess sichtbar machen

Mich interessiert nicht nur, was am Ende entstanden ist.
Mich interessiert, wie es entstanden ist.

Welche Fragen haben meinen Weg beeinflusst und verändert? Welche Entscheidungen waren bewusst? Welche ergaben sich erst während der Arbeit? Welche Annahmen haben sich bestätigt und welche mussten wieder aufgegeben werden?

Ein Entwicklungstagebuch versucht nicht, jede Handlung festzuhalten. Es macht vielmehr die Entwicklung eines Gedankens sichtbar.

Dadurch entsteht nicht nur eine Dokumentation des Workshops, sondern auch eine Dokumentation der eigenen Arbeitsweise.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Wir bewegen uns häufig in einer Kultur fertiger Ergebnisse.

Nach außen wirken Projekte durchdacht, sicher und erfolgreich. Der Weg dorthin bleibt meist verborgen. Zweifel, Richtungswechsel oder Unsicherheiten tauchen kaum auf.

Dabei gehören sie zum Arbeiten genauso wie gelungene Lösungen.

Mich interessiert deshalb weniger die Frage, wie ein perfekter Workshop aussieht, sondern wie ein Workshop tatsächlich entsteht.

Nicht, weil Fehler besonders spannend wären, sondern weil Entwicklung ohne Veränderung kaum möglich ist.

Die eigene Rolle verstehen

Während der Entwicklung verändert sich nicht nur der Workshop.

Auch die eigene Rolle verändert sich.

Mit jeder Entscheidung entstehen neue Fragen. Manche betreffen die Inhalte. Andere betreffen das eigene Handeln.

Warum entscheide ich mich für genau diese Methode?

Warum verwerfe ich eine andere?

An welcher Stelle halte ich an einer Idee fest, obwohl sie nicht mehr trägt?

Das Schreiben wird dadurch selbst zu einem Werkzeug der Reflexion. Erst während der Dokumentation werden manche Zusammenhänge überhaupt sichtbar.

KI als Gesprächspartner

Auch der Einsatz von KI gehört zu diesem Entwicklungsprozess.

Für mich ist sie nie nur ein Werkzeug, mit dem sich unangenehme Arbeit schneller erledigen lässt.

Oft war sie ein Gesprächspartner, der neue Perspektiven eröffnet hat. Gleichzeitig hat sie Fragen aufgeworfen.

Welche Formulierung stammt ursprünglich von mir?

Welche habe ich übernommen, weil sie gut klang?

Ab wann verändert ein Vorschlag auch das eigene Denken?

Diese Grenzen lassen sich nicht immer eindeutig ziehen. Gerade deshalb erscheint es mir sinnvoll, sie sichtbar zu machen, statt sie zu übergehen.

Transparenz mit Grenzen

Ein Entwicklungstagebuch bedeutet nicht, alles Persönliche offenzulegen.

Es geht nicht darum, sich vollständig sichtbar zu machen.

Es geht darum, den eigenen Arbeitsprozess nachvollziehbar werden zu lassen.

Ich habe dafür einmal das Bild verwendet: Ich ziehe mich bis auf die Unterhose aus, aber ich mache mich nicht nackt, stelle mich nicht selbst bloß.

Der Unterschied ist wichtig.

Transparenz bedeutet, den Weg zu zeigen.

Nicht jede Tür zu öffnen, durch die man dann wieder als nackter Mensch mit Dreck beschmissen werden kann.

Wozu das Ganze?

Mein Workshopentwicklungstagebuch soll keine perfekte Planung beweisen.
Es soll zeigen, dass Planung selbst ein durchaus schmerzhafter Entwicklungsprozess ist bzw. sein kann.

Wer später nur den fertigen Workshop betrachtet, sieht nur das Ergebnis.
Wer das Entwicklungstagebuch liest, bekommt einen Eindruck vom steinigen Weg dorthin.

Vielleicht liegt genau darin sein größter Wert. Nicht weil dadurch Entscheidungen richtig erscheinen sollen.
Sondern weil nachvollziehbar wird, wie aus Fragen allmählich Antworten entstehen – und wie aus Antworten oft wieder neue Fragen werden.

Wer Interesse an dem Tagebuch hat, einfach das Passwort bei mir anfordern!