Raum-Installation: 21 (Entwurf)

Konzept

Die Installation besteht aus einem begehbaren Parcours, dessen räumliche Dramaturgie zunächst keinen konkreten historischen Bezug erkennen lässt.

Der Zugang erinnert an den Einlass eines Großereignisses. Mobile Absperrgitter bilden einen schmalen Eingang. Dahinter beginnt ein langer, leicht ansteigender Gang. Das Ende ist nicht sichtbar.

Aus der Ferne sind dumpfe, gedämpfte Technoklänge zu hören. Sie wirken weit entfernt und erzeugen weniger Partystimmung als die Ahnung eines Ereignisses, das außerhalb des eigenen Blickfeldes stattfindet.

Im Gang hängen in dichter Folge körpergroße Sandsäcke von der Decke. Zwischen ihnen existiert kein gerader Weg. Jeder Besucher muss die Säcke mit dem eigenen Körper zur Seite drücken. Aufgrund ihres Gewichts kehren sie verzögert zurück und versetzen benachbarte Säcke in Bewegung.

Dadurch entsteht ein System gegenseitiger Beeinflussung.

Jede Bewegung setzt weitere Bewegungen frei.

Niemand bewegt sich ausschließlich für sich selbst.

Auf dem Boden liegen weitere Sandsäcke. Sie werden erst sichtbar, wenn man sich bereits zwischen den hängenden Elementen befindet. Der Blick richtet sich zwangsläufig nach vorne. Dadurch entsteht Unsicherheit beim Gehen. Besucher müssen über Hindernisse steigen, verlieren kurzfristig das Gleichgewicht oder verändern ihren Weg.

Betreten mehrere Personen gleichzeitig den Parcours, entstehen unvorhersehbare Wechselwirkungen.

Der Widerstand kommt nicht nur vom Material.

Er entsteht aus den Bewegungen aller Anwesenden.

Der Raum entwickelt dadurch eine soziale Physik.

Dramaturgie

Der Beginn besitzt etwas Alltägliches.

Ein Einlass.

Musik.

Vorwärtsbewegung.

Neugier.

Mit jedem Meter verändert sich die Wahrnehmung.

Orientierung geht verloren.

Der Weg wird körperlich anstrengender.

Die eigene Bewegung wirkt plötzlich nicht mehr kontrollierbar.

Andere Körper werden spürbar, ohne dass sie vollständig sichtbar sind.

Erst am Ende öffnet sich der Raum.